26.11.2014: Holz richtig anfeuern

Damit die Umwelt beim Anfeuern geschont wird und das Holz optimal verbrennt, hat Holzenergie Schweiz einige wichtige Hinweise zusammengestellt. Mit ihnen können Sie Ihr Holzfeuer mit gutem Gewissen genießen.

Trockenes Holz verbrennen

Im lufttrockenen Zustand (Trocknungszeit ca. zwei Jahre) liegt der Wassergehalt von Stückholz bei 15 bis 20 Prozent des Holzgewichts. Die Verbrennung von Holz verläuft in drei Phasen. Während einer ersten, kurzen Periode trocknet der Brennstoff. Das im Holz enthaltene Wasser verdampft. Der Trocknungsprozess beginnt, sobald dem Holz Luft und Wärme zugeführt werden. Das verdampfende Wasser ist die Ursache, dass sich die beim Anfeuern jedes Holzfeuers an Kaminaustritt sichtbaren Dampfschwaden bilden.

Ohne Rauch anfeuern

Mit dem Anfeuern von oben lässt sich der Schadstoffausstoß eines Feuers deutlich senken. Das Holz brennt dabei wie eine Kerze schrittweise von oben nach unten ab. Diese Verbrennung verläuft über den ganzen Abbrand langsam und kontrolliert. Die entstehenden Gase strömen durch die heiße Flamme und brennen nahezu vollständig aus.

  1. Anfeuermodul: Für einen emissionsarmen Start legen Sie sich vier trockene Nadelholzscheiter mit einem Querschnitt von etwa drei mal drei Zentimetern und einer Länge von 20 Zentimeter sowie eine Anzündhilfe zurecht (Bild 1). Die vier Scheiter legen Sie übers Kreuz aufeinander, die Anzündhilfe dazwischen (Bild 2).
  2. Einschichten des Holzes: In großen Feuerräumen schichten Sie die Scheiter mit etwas Abstand als Kreuzbeige ein, unten die dicken, oben die dünnen (Bild 3). Je nach Beschaffenheit des Feuerraums müssen die Scheiter mit der Stirnseite nach vorne eingeschichtet oder sogar gestellt werden.
  3. Platzieren des Anfeuermoduls: Das Anfeuermodul wird oben auf dem Brennstoffstapel aufgebaut, die unteren Scheiter quer zu den obersten (Bild 4). Ein Streichholz genügt – das Feuer ist entfacht und brennt sauber.

Luft gezielt zuführen

Merkmal einer guten Holzfeuerung ist eine gezielte Luftzufuhr. Dazu gehören die richtige Mange an Luft und eine Luftführung, die das Feuer gleichmäßig mit Sauerstoff versorgt. Zu viel Luft kühlt das Feuer. Die Folge: ein schlechter Wirkungsgrad. Zu wenig Luft führt zu hohen Emissionen. Aufgabe der Luftführung ist ein vollständiger Ausbrand der Holzgase. Entscheidend ist dabei eine gute Vermischung von Sauerstoff und Holzgasen. Bei Stückholzkesseln und bei Speicheröfen werden dazu Nachbrennkammern eingebaut, die über eine eigene Luftzufuhr verfügen (Sekundärluft). Bei den klassischen Holzöfen wird der Feuerraum so groß konstruiert, dass die Holzgase im hinteren Teil ausbrennen können. Voraussetzung ist, dass ein Teil der zugeführten Luft um das eigentliche Feuer herum direkt in die Nachbrennzone gelangt. Damit nicht sogenannte Falschluft die Luftzufuhr stört, müssen Feuerraumtüren und Wartungsöffnungen dicht sein.

Wie verbrennt Holz

Praktisch gleichzeitig mit der Erwärmung und der Trocknung beginnt sich das Holz zu zersetzen. Die im Holz enthaltenen Stoffe spalten sich in die chemischen Bestandteile und vergasen schließlich. Rund 85 Gewichtsprozent der brennbaren Holzsubstanz sind flüchtiger Natur. Zusammen mit dem Luftsauerstoff und dem Luftstickstoff bilden sie Holzgas. Die selbständige Verbrennung dieser Gase beginnt, sobald die Entzündungstemperatur überschritten wird. Erst jetzt entsteht ein Wärmeüberschuss. Die Folge ist ein schnelles Ansteigen der Prozesstemperatur. Die nicht flüchtigen Bestandteile bestehen zur Hauptsache aus festem Kohlenstoff. Sie bilden schließlich Holzkohle. Die dritte Phase ist die Entscheidende. In dieser Phase findet die eigentliche Verbrennung statt, die sogenannte Oxidation. Dabei entsteht der Hauptanteil an nutzbarer Wärme. 70 Prozent der Energie stammen aus der Verbrennung der Gase, 30 Prozent aus der Verbrennung der Holzkohle.

Wie die Temperatur die Emissionen beeinflusst

Zwei Voraussetzungen, die es für eine optimale Oxidation braucht: die richtige Sauerstoffmenge und die richtige Prozesstemperatur. Die Dosierung der Luftmenge erfolgt über manuell oder automatisch verstellbare Luftklappen. Die Verbrennungstemperatur hängt von der Luftmenge und der Feuerraumkonstruktion ab. Für die Verbrennung der Holzkohle liegt sie idealerweise bei 500 bis 800 °C, für die Oxidation der Holzgase zwischen 600 und 1.000 °C. Liegen die Temperaturen tiefer, wird nicht der gesamte Kohlenstoff verbrannt. Die Folge sind der Ausstoß des giftigen Kohlenmonoxids (CO) und Rußablagerungen. Bei zu heißen Temperaturen über 1.200 °C resultieren hohe Stickoxidwerte. Bei einer richtigen Verbrennung von Holz enthalten die Abgase lediglich Wasser, Kohlendioxid und wenig Stickoxid (NOx).

Das Merkblatt zum richtigen Anfeuern können Sie bei Holzenergie Schweiz bestellen unter www.holzenergie.ch

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