24.11.2014: Verband informiert über Holzvergasung

In seiner neuen Publikation “Wärme und Strom aus Holz” beschreibt der Österreichische Biomasse-Verband (ÖBV) Entwicklung und Stand der Holzvergasung. Die Anfänge der Technologie gehen bis auf das Jahr 1786 zurück. Heute bietet das Verfahren vor allem in Kombination mit Biomasse-Nahwärmeanlagen eine Chance zur klimafreundlichen Energieversorgung und für eine regionale Wertschöpfung. 

Strom aus Holzgas vermeidet fossile Energieimporte

Holzgas-Blockheizkraftwerke arbeiten auch in kleinen Leistungsbereichen mit einem hohen elektrischen Wirkungsgrad. Ihr Potenziale sind laut ÖBV beträchtlich: Die Umstellung geeigneter Anlagen von der alleinigen Wärmeproduktion auf die kombinierte Wärme- und Stromerzeugung würde der Ökostromproduktion aller derzeit in Österreich installierten Photovoltaikanlagen entsprechen. Gerade im Winter stehe in Österreich aufgrund der niedrigen Pegelstände der Flüsse und geringer Sonneneinstrahlung nur wenig Ökostrom zur Verfügung. “Darum basiert unsere Stromversorgung in dieser Zeit auf dem Betrieb von Kohle- und Gaskraftwerken sowie Stromimporten”, sagt ÖBV-Referant Peter Liptay . In kalten Wintermonaten würden rund 60 Prozent desbenötigten Stroms aus diesen Quellen stammen. “Strom aus Holzgas-KWK-Anlagen leistet daher einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit sowie zur Vermeidung von Energieimporten.”

Über 200 Jahre Holzvergasung

Der Falter “Wärme und Strom aus Holz” stellt die geschichtliche Entwicklung der Holztechnologie vor, die auf den französischen Ingenieur Philipp Lebon zurückgeht. Lebon stellte die Effekte der Holzdestillation im Jahr 1786 der Öffentlichkeit vor und meldete 1801 ein Patent für einen Gasmotor an. Im Zweiten Weltkrieg wurden vor allem in Deutschland mit Brennholz befüllte Holzvergaser-Kraftfahrzeuge betrieben. Ein bekanntes Modell war der Opel Blitz. Mittlerweile sind kommerziell ausgereifte Vergaser Stand der Technik. Sie können mehr als 8.000 Stunden im Jahr CO2-neutral Wärme und Strom bereit.

Kompakte Information auf acht Seiten

Der Falter im DIN A4-Format umfasst acht Seiten und ist durchgehend in Farbe gehalten. Zahlreiche Abbildungen veranschaulichen die Inhalte. Anhand einer Grafik zur Wirtschaftlichkeitsabschätzung können Interessenten für ihre jeweilige Ausgangssituation herausfinden, bei welchem Einspeisetarif sich Anlagen in Abhängigkeit von Investitionskosten und Wärmepreis innerhalb von zwölf Jahren amortisieren können. Erstellt wurde er vom Österreichischen Biomasse-Verband mit fachlicher Beratung des Biomasseverbandes OÖ, des Management Center Innsbruck sowie von in der Technologie führenden Unternehmen. Im Internet können Sie den Falter unter www.biomasseverband.at/shop/ bestellen.

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